Verifiziert von Massi Fazli

Zertifiziert Klinische Diätassistentin

PHGG (Guarkernfaser): Der Ballaststoff, der den Darm schont

PHGG (Guarkernfaser): Der Ballaststoff, der den Darm schont

Ballaststoffe gelten als gesund – und lösen bei empfindlichem Darm trotzdem oft Blähungen statt Erleichterung aus. Genau hier setzt PHGG an: eine Guarkernfaser, die löslich, geschmacksneutral und speziell für empfindliche Verdauung entwickelt wurde. Was steckt dahinter, und warum ist sie fester Bestandteil unserer Diätprodukte? 

Was ist PHGG (partiell hydrolysiertes Guarkernmehl)?

PHGG steht für Partially Hydrolyzed Guar Gum, auf Deutsch teilhydrolysiertes oder partiell hydrolysiertes Guarkernmehl. Es handelt sich um einen zu 100 % löslichen Ballaststoff, der aus dem Samen der Guarbohne (Cyamopsis tetragonolobus) gewonnen wird, einer Hülsenfrucht, die überwiegend in Indien und Pakistan angebaut wird. Durch ein enzymatisches Hydrolyseverfahren wird die lange Faserkette des rohen Guarkernmehls gezielt in kleinere Bestandteile aufgespalten.

Das Ergebnis ist eine Guarkernfaser mit deutlich reduzierter Viskosität: PHGG löst sich klar in Flüssigkeit, bildet kein dickes Gel und ist nahezu geschmacksneutral – Eigenschaften, die das rohe Ausgangsprodukt nicht hat.

 

PHGG vs. herkömmliches Guarkernmehl – wo liegt der Unterschied?

Guarkernmehl (E412) und PHGG stammen aus derselben Pflanze, unterscheiden sich in der Verwendung aber deutlich.

 

Eigenschaft Klassisches Guarkernmehl (E412) PHGG / Guarkernfaser
Viskosität Sehr hoch, bildet festes Gel Niedrig, bleibt flüssig
Typische Verwendung Verdickungs- und Bindemittel in Lebensmitteln Ballaststoff-Ergänzung für die tägliche Ernährung
Verträglichkeit bei empfindlichem Darm Kann bei höherer Dosierung Blähungen begünstigen Gilt als besonders gut verträglich
FODMAP-Einstufung Nicht spezifisch zertifiziert Low-FODMAP-zertifiziert

 

Wie wirkt PHGG im Darm?

PHGG wirkt als präbiotischer Ballaststoff: Er passiert den Dünndarm weitgehend unverdaut und wird erst im Dickdarm von der Darmflora fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die die Darmschleimhaut nähren und ein gesundes Mikrobiom unterstützen. Weil PHGG nicht stark aufquillt und keine relevanten FODMAPs wie Fruktane oder Polyole enthält, sorgt er in der Regel für eine sanfte Regulierung der Stuhlfrequenz in beide Richtungen – er kann sowohl bei zu weichem als auch bei zu hartem Stuhlgang unterstützend wirken, statt einseitig abführend oder stopfend zu wirken wie viele andere Ballaststoffe.

 

Was zeigt die Forschung zu PHGG bei empfindlichem Darm?

Mehrere klinische Studien haben PHGG gezielt bei Reizdarmsyndrom, chronischer Verstopfung und Durchfall untersucht. Die Ergebnisse deuten übereinstimmend darauf hin, dass eine tägliche Einnahme über mehrere Wochen die Stuhlfrequenz verbessern und Begleitsymptome wie Blähungen, Krämpfe und Völlegefühl reduzieren kann – bereits bei vergleichsweise niedriger Dosierung und guter Verträglichkeit über längere Zeiträume. Mehr zu den Symptomen und Subtypen, bei denen das relevant wird, findest du in unserem ausführlichen Leitfaden zum Reizdarmsyndrom (RDS).

Wichtig einzuordnen: PHGG ist ein Lebensmittel- beziehungsweise Nahrungsergänzungsbestandteil und kein Medikament. Es ersetzt keine ärztliche Abklärung, kann aber eine gut verträgliche Ergänzung im Rahmen einer auf empfindliche Verdauung abgestimmten Ernährung sein.

 

Sunfiber® in den Nupo-Produkten

In unseren VLCD- und TDR-Diätprodukten setzen wir gezielt auf Sunfiber®, eine hochwertige, klinisch untersuchte PHGG-Guarkernfaser. Der Hintergrund: Eine strukturierte Diät stellt den Darm oft vor eine doppelte Herausforderung – weniger Nahrungsvolumen bei gleichzeitig verändertem Essverhalten. Genau in dieser Phase kann eine gut verträgliche, lösliche Faser wie Sunfiber® helfen, die Verdauung stabil zu halten, statt sie zusätzlich zu belasten.

Weil Sunfiber® geschmacksneutral ist und sich klar auflöst, verändert es weder Konsistenz noch Geschmack unserer Shakes und Riegel – ein Grund, warum es sich unauffällig in den Alltag einer Diät einfügt, ohne dass du aktiv etwas dafür tun musst.

 

Wie viel PHGG braucht man täglich?

Langsam starten

Warum es hilft

Wie bei jeder Ballaststoff-Umstellung gewöhnt sich der Darm schrittweise. Eine niedrige Einstiegsmenge über einige Tage senkt das Risiko von anfänglichen Blähungen.

Ausreichend Flüssigkeit

Warum es hilft

Lösliche Ballaststoffe entfalten ihre Wirkung nur mit genug Flüssigkeit. Ein großes Glas Wasser zur Einnahme unterstützt eine gleichmäßige Wirkung.

Regelmäßigkeit statt Menge

Warum es hilft

Die Effekte von PHGG zeigen sich in Studien meist erst nach mehreren Tagen bis wenigen Wochen konstanter Einnahme – nicht nach einer einzelnen Dosis.

 

Häufig gestellte Fragen zu PHGG

 

Ist PHGG das Gleiche wie Guarkernmehl (E412)?
Beide stammen aus derselben Guarbohne, aber PHGG wird zusätzlich enzymatisch aufgespalten. Dadurch verliert es die starke Gelbildung des klassischen Guarkernmehls und wird deutlich besser verträglich.
Kann PHGG Blähungen verursachen?
PHGG gilt im Vergleich zu vielen anderen löslichen Ballaststoffen als besonders mild, da es kaum fermentationsbedingte Gasbildung im oberen Dickdarm auslöst. Ein langsamer Einstieg senkt das Risiko zusätzlicher Blähungen weiter.
Ist PHGG für eine Low-FODMAP-Diät geeignet?
Ja, PHGG gilt als Low-FODMAP-zertifiziert und enthält keine relevanten Mengen an Fruktanen, GOS, Laktose, Fruktose oder Polyolen, die typischerweise Verdauungsbeschwerden auslösen.
Wie schnell wirkt PHGG?
Erste Effekte auf die Stuhlfrequenz zeigen sich in Studien häufig innerhalb weniger Tage, spürbare Verbesserungen bei Begleitsymptomen meist über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme.
Ist Guarkernfaser bei einer Histaminintoleranz geeignet?
Rohes Guarkernmehl wird gelegentlich als möglicher Histaminliberator diskutiert. Wer eine bekannte Histaminintoleranz hat, sollte die Einnahme von PHGG vorab mit einer ärztlichen oder ernährungstherapeutischen Fachperson abklären.
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