Klinische Studien
Nupo wurde 1981 am Hvidovre Hospital in Dänemark entwickelt. Der Name steht für „NUtritional POwer“ – und von Anfang an basieren unsere Produkte auf Wissenschaft.
Mehr als 40 Jahre Forschung
Nupo wurde vom führenden Adipositas-Forscher Dr. Flemming Quaade am Hvidovre Hospital in Zusammenarbeit mit Oluf Mørk A/S entwickelt. Seit Anfang der 1980er-Jahre wurde Nupo Diet – unser Vollnahrungsersatz (VLCD/TDR) – in mehr als 35 klinischen Studien untersucht und wird bis heute von Forschenden, klinischen Ernährungsfachkräften und Ärztinnen und Ärzten in Dänemark und anderen Ländern eingesetzt.
Wie wir die Studien ausgewählt haben
Die Übersicht umfasst Studien von den Anfängen von Nupo bis heute, ausgewählt nach ihrer Relevanz. Bei der Behandlung von Adipositas ist es wichtig zu wissen, wie sich eine Ernährungsumstellung auf den ganzen Körper auswirkt – etwa auf Knochenmasse, Muskelmasse, Fettmasse, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Hungergefühl.
Neue Rezeptur, gleiche Grundlage
Nupo Diet wurde seit den frühen Studien weiterentwickelt und enthält heute zusätzlich Flohsamenschalen, Cholin und Ballaststoffe. Wir gehen davon aus, dass die Themen und Ergebnisse der früheren Studien weiterhin relevant sind, da diese Ergänzungen die Ergebnisse voraussichtlich nicht verändern.
Hinweis
Die folgenden Zusammenfassungen geben die Inhalte wissenschaftlicher Veröffentlichungen wieder und stellen keine gesundheitsbezogenen Angaben zu unseren Produkten dar. Bei Fragen erreichen Sie uns unter kundenservice@nupo.de.
Laufende Forschung
PRE-STORK – Steno Diabetes Center Copenhagen
Randomisierte Studie, die untersucht, ob ein individuell angepasstes Lebensstilprogramm vor und während einer geplanten Schwangerschaft die Fettmasse bei Neugeborenen verringern und Übergewicht im Kindesalter vorbeugen kann. Das Programm beginnt mit 8 Wochen kalorienarmer Ernährung mit Nupo Diet. Rund 360 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas und ihre Partner nehmen teil.
Status: Gestartet im Oktober 2022 · Rekrutierung abgeschlossen · voraussichtlicher Abschluss 2029.
Mehr dazu auf ClinicalTrials.gov.
PREPARE CHILD – Universität Kopenhagen
Randomisierte Studie, die untersucht, wie sich eine Reduktion des Körpergewichts beider werdender Eltern vor der Empfängnis auf die Gesundheit der Eltern, die Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes auswirkt. Beide Eltern verwenden in den ersten 8–10 Wochen Nupo Diet, und die Kinder werden bis zum Alter von 18 Monaten begleitet.
Status: Gestartet im Dezember 2022 · Rekrutierung abgeschlossen · erste Ergebnisse voraussichtlich 2028.
Mehr dazu auf ClinicalTrials.gov.
Dänisches Kopfschmerzzentrum – Rigshospitalet Glostrup
Studie zum Zusammenhang zwischen schwerer Adipositas und idiopathischer intrakranieller Hypertension (IIH), u. a. mit Leberscans. Die Teilnehmenden verwenden 8 Wochen lang Nupo Diet. 25 Teilnehmende.
Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Universitätsklinikum Aarhus
Studie, die Mütter begleitet, die nach der Geburt ihr Körpergewicht reduzieren möchten. Gestartet 2022.
University of Oxford (UK)
Studie zur Remission von Typ-2-Diabetes.
Im Fokus: PREPARE CHILD
Ein klinisches Forschungsprojekt, bei dem beide werdenden Eltern in den ersten 8–10 Wochen Nupo Diet verwenden.
Das Projekt wird mit 24 Millionen Dänischen Kronen von der Novo Nordisk Fonden gefördert und von Nina Geiker, Associate Professor am Department of Nutrition, Exercise and Sports der Universität Kopenhagen, geleitet.
2010 – heute
Wirkung einer achtwöchigen Low-Energy-Ernährung bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas auf den Folsäure-, Retinol-, Vitamin-B12-, D- und E-Status sowie den Entzündungsgrad: Post-hoc-Analyse einer randomisierten Interventionsstudie
- von N. R. W. Geiker et al. (2018)
Einführung
Adipositas ist mit Vitaminmängeln und niedriggradigen Entzündungen verbunden. Ziel dieser Studie war es, die Auswirkung einer Gewichtsreduktion auf den Status von Folsäure, Retinol, Vitamin B12, D und E sowie auf den Entzündungsgrad zu untersuchen.
Methoden
Von 110 Personen absolvierten 85 (75 % Frauen) im Alter von 39 ± 11 Jahren mit einem mittleren BMI von 33 ± 4 kg/m2 eine achtwöchige Low-Energy-Ernährung (LED). Die Serumkonzentrationen von Folsäure, Retinol, Vitamin B12, D und E, C-reaktivem Protein (CRP) und Homocystein (Hcy) wurden zu Beginn und nach der LED gemessen.
Ergebnisse
Zu Studienbeginn wiesen 8 % der Teilnehmenden einen Mangel an Folsäure auf, 13 % an Vitamin B12, 2 % an Retinol und 28 % an Vitamin D (72 % hatten einen unzureichenden Vitamin-D-Status); bei Vitamin E lag kein Mangel vor. Zu Beginn war der BMI invers mit Retinol assoziiert (P<0,05), ebenso der Gesamt- und Bauchfettanteil mit Folsäure (P<0,05); BMI und Adipositas-Maße waren positiv mit CRP (P<0,01) und Hcy (P<0,05) assoziiert. Hcy war mit allen Vitaminen außer Retinol invers assoziiert (P<0,001). Nach der LED betrug die mittlere Gewichtsreduktion [95-%-KI] 12,3 [11,6; 13,1] kg.
Schlussfolgerung
Die achtwöchige LED führte zu einer Gewichtsreduktion von 13 % und zu höheren Serumkonzentrationen von Folsäure, Vitamin B12 und D. Zu Studienbeginn war Adipositas invers mit Folsäure und Retinol und positiv mit Entzündungsmarkern assoziiert.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Die Auswirkung einer Gewichtsreduktion bei adipösen Patienten mit Herzinsuffizienz – eine Pilotstudie
- von M. G. Mikkelsen (2011)
Einführung
Ernährungsempfehlungen bei Herzinsuffizienz stehen im Widerspruch zu den Erkenntnissen des sogenannten Adipositas-Paradoxons. Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob eine Gewichtsreduktion die Symptome einer Herzinsuffizienz verringern und so Körperzusammensetzung, Blutfettprofil und Funktionsstatus verbessern und damit die Herzfunktion positiv beeinflussen kann.
Methoden
26 adipöse Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA II oder III) wurden eingeschlossen. Sie wurden randomisiert und erhielten 12 Wochen lang entweder eine kalorienarme Ernährung (Nupo VLCD: 700 kcal/Tag + 100 kcal ergänzende Lebensmittel) oder eine konventionelle Ernährung. Untersucht wurden Körpergewicht und -zusammensetzung, Blutfettprofil, NT-proBNP, Funktionsstatus und Lebensqualität.
Ergebnisse
Von den 26 Patienten schlossen 18 die Studie ab (11 in der Interventionsgruppe, 7 in der Kontrollgruppe). Die mittlere Gewichtsreduktion mit der kalorienarmen Ernährung (LCD) betrug 11,3 % des Ausgangsgewichts; der Unterschied zwischen den Gruppen lag am Studienende bei 11,7 kg (95-%-KI: 6,8–16,6, p<0,0001). Die Patienten der LCD-Gruppe reduzierten BMI (p<0,0001, 95-%-KI: 2,3–5,3), Taillenumfang (p<0,0001, 95-%-KI: 5,9–15,3) und Hüftumfang (p<0,0010, 95-%-KI: 5–15,2) signifikant im Vergleich zur konventionellen Gruppe. Die Gehstrecke verbesserte sich zwischen Studienbeginn und Woche 12 signifikant; der Unterschied zwischen den Gruppen betrug nach 12 Wochen 172 m (p<0,0005). Zwischen Studienbeginn und Woche 8 zeigten sich signifikante Unterschiede bei Cholesterin (p<0,0006), Triglyceriden (p<0,0100) und LDL (p=0,0265). In Woche 12 waren die Unterschiede bei den Blutfetten nicht mehr signifikant.
Schlussfolgerung
In dieser kleinen Pilotstudie führte eine kalorienarme Ernährung bei Patienten mit Herzinsuffizienz zu einer deutlichen Verbesserung von Körpergewicht, Körperzusammensetzung und Funktionsstatus. Größere Studien müssen diese vorläufigen Ergebnisse bestätigen.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
2000–2009
Vergleichbare Reduktion des viszeralen Fettgewebedepots nach ernährungsbedingter Gewichtsreduktion mit oder ohne Ausdauertraining bei adipösen Personen: eine 12-wöchige randomisierte Interventionsstudie
- von T. Christiansen et al. (2009)
Einführung
Adipositas, insbesondere überschüssiges viszerales Fettgewebe (VAT), ist mit dem metabolischen Syndrom verbunden und führt zu erhöhter Morbidität und Mortalität. Die Ansammlung von Körperfett im subkutanen gluteal-femoralen Fettgewebe (GFAT) ist dagegen meist weniger mit Gesundheitsproblemen verbunden und kann sogar einen gewissen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bieten. Die Fettverteilung und insbesondere das Verhältnis von VAT zu GFAT könnten daher für adipositasbedingte Komplikationen von Bedeutung sein. Eine Gewichtsreduktion, die vor allem das VAT-Depot betrifft, könnte wichtige klinische Vorteile haben. In dieser Studie wurde die einzelne und kombinierte Wirkung von regelmäßigem Training und ernährungsbedingter Gewichtsreduktion auf die Körperfettverteilung untersucht.
Methoden
Randomisiertes kontrolliertes Design mit i) nur Training (EXO; 12 Wochen Training ohne Ernährungseinschränkung), ii) hypokalorischer Ernährung (DIO; 8 Wochen Very Low Energy Diet (VLED 600 kcal/Tag (Nupo)), gefolgt von 4 Wochen gewichtserhaltender Ernährung) und iii) hypokalorischer Ernährung plus Training (DEX; 8 Wochen VLED 800 kcal/Tag (Nupo + Ergänzung von 150–200 kcal) + 4 Wochen gewichtserhaltende Ernährung, kombiniert mit Training über alle 12 Wochen). 79 adipöse Männer und Frauen wurden eingeschlossen. Die Körperfettverteilung wurde mittels Magnetresonanztomografie (MRT) bestimmt.
Ergebnisse
In der EXO-Gruppe waren die Gewichtsreduktion (3,5 kg) und die relative Reduktion des VAT (18 %) signifikant geringer als in den Gruppen DIO und DEX (12,3 kg; P≤0,01) bzw. bei der Reduktion des VAT (30–37 %; P≤0,001). In allen drei Gruppen war die relative Reduktion des VAT größer als die Reduktion der Fettmasse (FM; alle per MRT bestimmten Fettdepots; P≤0,01 für alle Vergleiche). Die Veränderungen des VAT hingen mit den Veränderungen der FM und dem anfänglichen VAT/FM-Verhältnis zusammen (r2=0,72; P≤0,01).
Schlussfolgerung
Training hat im Vergleich zur deutlichen Wirkung einer hypokalorischen Ernährung allein keine zusätzliche Wirkung auf die Reduktion des VAT-Depots. Die Wirkung von Training an sich auf das VAT ist relativ begrenzt. Die Effekte auf das VAT-Depot hängen eng mit Veränderungen der gesamten Fettmasse zusammen.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
24-Stunden-Plasma-Tryptophan-Konzentrationen und -Verhältnisse liegen bei adipösen Personen unter dem Normalwert und normalisieren sich auch nach deutlicher Gewichtsreduktion nicht
- von L. Breum et al. (2003)
Einführung
Die Plasma-Tryptophan-Konzentrationen sowie das Verhältnis von Tryptophan zu anderen großen neutralen Aminosäuren (Plasma-Tryptophan-Verhältnis) sind Berichten zufolge bei adipösen Personen niedrig. Das Plasma-Tryptophan-Verhältnis sagt die Tryptophanaufnahme im Gehirn und die Serotoninproduktion voraus. Ist es niedrig, kann auch die Serotoninfunktion vermindert sein. Serotonerge Nervenzellen im Gehirn sind an der Appetitregulation beteiligt und wirken in neuronalen Netzwerken, die die Nahrungsaufnahme verringern. Bisher wurden diese Werte bei adipösen Personen nur zu einzelnen Zeitpunkten gemessen. Ziel der Studie war es festzustellen, ob sie über 24 Stunden niedriger sind als bei normalgewichtigen Personen und ob sie nach einer Gewichtsreduktion ansteigen.
Methoden
Die ursprüngliche Gruppe bestand aus 18 adipösen Patienten und 18 nach Geschlecht und Alter passenden normalgewichtigen Personen. Neun adipöse Patienten schlossen das Programm ab und bildeten mit ihren normalgewichtigen Vergleichspersonen die Untersuchungsgruppen. Die adipösen Teilnehmenden nahmen an einem strukturierten ambulanten Programm teil, um ihr Idealgewicht zu erreichen. In der Anfangsphase erhielten sie eine sehr energiearme Ernährung (Nupo). Nachdem das Körpergewicht auf etwa 130 % des Idealgewichts gesunken war (nach 6–17 Monaten), wechselten sie auf eine normale Ernährung mit 5 MJ/Tag und nach Erreichen des Idealgewichts – oder wenn keine weitere Reduktion möglich war – auf eine Basisernährung mit 8 MJ/Tag. Die Messungen erfolgten, nachdem das Gewicht mindestens einen Monat lang stabil war (±1,5 kg).
Die Werte wurden bei den adipösen Personen vor und nach der Gewichtsreduktion sowie bei den normalgewichtigen Kontrollpersonen untersucht. Über 24 Stunden wurden regelmäßig Blutproben entnommen. Zusätzlich wurde ein Insulintoleranztest durchgeführt, um zu prüfen, ob die Gewichtsreduktion die Fähigkeit von Insulin verändert, die Plasmakonzentrationen von Tryptophan und anderen großen neutralen Aminosäuren zu beeinflussen.
Ergebnisse
Die Plasma-Tryptophan-Konzentrationen und -Verhältnisse waren bei adipösen Personen zu allen Zeitpunkten niedrig, und dies blieb auch nach der Gewichtsreduktion bestehen. Die Plasmakonzentrationen aller großen neutralen Aminosäuren sanken während der Insulininfusion in allen Gruppen.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der Appetit angeregt wird, wenn die Serotoninübertragung niedrig ist. Die tagsüber und nachts dauerhaft niedrigeren Plasma-Tryptophan-Verhältnisse bei adipösen Personen stützen die Annahme, dass Tryptophanaufnahme und Serotoninsynthese im Gehirn bei ihnen ungewöhnlich niedrig sein könnten. Dass das Verhältnis auch nach der Gewichtsreduktion niedrig bleibt, deutet darauf hin, dass ehemals adipöse Personen weiterhin gegen ein biochemisches Signal ankämpfen, das Appetit und Nahrungsaufnahme steigert.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
1990–1999
Knochenmineralverlust bei freiwilliger Gewichtsreduktion adipöser Menschen
- von L. B. Jensen et al. (1994)
Einführung
Einige Studien haben gezeigt, dass eine ernährungsbedingte Gewichtsreduktion mit einer signifikanten Abnahme der Knochenmineraldichte (BMD) einhergeht. Regionale Knochenveränderungen wurden dabei nicht gemessen. Ziel dieser Untersuchung war es, Veränderungen der gesamten und regionalen Körperzusammensetzung bei adipösen Patienten während einer raschen Gewichtsreduktion mit einer kalorienarmen Ernährung zu messen.
Methoden
Bei 51 adipösen Patienten wurde vor und nach 15 Wochen kalorienarmer Ernährung eine Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) durchgeführt (Nupo mit 1,9 MJ für Frauen und 2,4 MJ für Männer über 2 Wochen; danach waren frei gewählte Lebensmittel und Getränke bis 4,2 MJ für Frauen und 4,7 MJ für Männer erlaubt). 39 dieser Patienten wurden sechs Monate später erneut gemessen. Gemessen wurden Gesamt- und regionaler Knochenmineralgehalt, Fettmasse und fettfreie Masse. In der Kontrollgruppe wurden 9 normalgewichtige Freiwillige mit bis zu 23 kg vorn platziertem Schmalz und 9 Freiwillige mit 15 kg hinten platziertem Schmalz gemessen. Das Schmalz wurde schrittweise entfernt, um den Fettverlust der Patientengruppe zu simulieren.
Ergebnisse
In der Patientengruppe betrug die mittlere Gewichtsreduktion nach 15 Wochen 12.273 g, die mittlere Fettreduktion 11.014 g und der mittlere Knochenmineralverlust 171,6 g. Es zeigte sich ein enger Zusammenhang zwischen Fett- und Knochenmineralverlust: 16,5 g Knochenmineral pro kg Fett in der Patientengruppe gegenüber 0,5 g pro kg Fett in der Kontrollgruppe. In der Kontrollgruppe hatten 15 kg hinten platziertes Schmalz keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Knochenmessungen. Wurden Gewicht und Fett bis zur Messung nach 6 Monaten wieder zugenommen, kehrte auch das Knochenmineral zurück. Patienten mit weiterer Gewichtsreduktion verloren weiter Knochenmineral. Eine Patientin verlor in 9 Monaten 754 g Knochenmineral bei einer Gewichtsreduktion von 45 kg; ihr Knochenmineralgehalt blieb dennoch im Normalbereich für Frauen ihres Alters. Methodische und pathogenetische Fragen werden diskutiert.
Schlussfolgerung
Der beobachtete Knochenmineralverlust ist als physiologische Normalisierung innerhalb akzeptabler Grenzen im Rahmen einer ernährungsbedingten Gewichtsreduktion bei Adipositas zu betrachten.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Wirkung einer energiereduzierten Ernährung mit oder ohne Training auf magere Körpermasse, Ruheumsatz, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Knochen bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause
- von O. L. Svendsen et al. (1993)
Einführung
Übergewicht ist ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) – die häufigste Ursache für Tod und Invalidität in westlichen Gesellschaften. Über Veränderungen bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause ist wenig bekannt, da frühere Studien an Männern und Frauen vor der Menopause durchgeführt wurden. Frauen nach der Menopause haben ein erhöhtes HKE-Risiko; Östrogenmangel, ein atherogenes Lipid- und Lipoproteinprofil sowie die Fettverteilung spielen dabei eine Rolle. Osteoporose ist eine weitere wichtige Ursache für Morbidität und Mortalität in dieser Gruppe. Wie sich eine Gewichtsreduktion durch Ernährung, mit oder ohne Training, auf die Knochen auswirkt, ist unbekannt. Ziel war es daher, die Wirkung einer energiereduzierten Ernährung mit oder ohne Training auf Körperzusammensetzung, wichtige kardiovaskuläre Risikofaktoren und Knochen bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause zu untersuchen.
Methoden
In einer klinischen Längsschnittstudie wurden 121 gesunde, übergewichtige postmenopausale Frauen (Alter 53,8 ± 2,5 Jahre, BMI 29,7 ± 3,1 kg/m2) randomisiert in 3 Gruppen eingeteilt: Kontrolle, Ernährung mit 4.200 kJ/Tag oder Ernährung mit 4.200 kJ/Tag plus kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining. Die Ernährung bestand aus einer verpflichtenden Basis der Formula-Nahrung Nupo mit 1,6 MJ täglich (VLCD), ergänzt durch bis zu 2,6 MJ aus frei gewählten Lebensmitteln nach einem „Punktesystem“. Körperzusammensetzung (DXA), Fettverteilung, Ruheumsatz, Blutdruck, Serumlipide und Lipoproteine, Knochenmineraldichte sowie Marker für Kollagen- und Knochenumsatz wurden vor und nach 12 Wochen Intervention gemessen.
Ergebnisse
118 Frauen schlossen die Studie ab. Die mittlere Gewichtsreduktion (9,5 kg vs. 10,3 kg, n. s.) war in beiden Interventionsgruppen ähnlich, doch im Vergleich zur reinen Ernährungsgruppe verlor die Gruppe mit Ernährung plus Training mehr Fett (7,8 kg vs. 9,6 kg, p≤0,001) und keine magere Körpermasse (1,2 kg vs. 0,0 kg, p≤0,001). Der Ruheumsatz (pro kg Körpergewicht) stieg in der Gruppe mit Ernährung plus Training im Vergleich zur Kontrollgruppe (11 % vs. 4 %, p≤0,009). Triglyceride, Gesamtcholesterin, LDL und VLDL sanken, und das Verhältnis von HDL zu LDL stieg in beiden Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe um 20–30 % (p≤0,001). Der systolische Blutdruck sank, und das Taille-Hüft-Verhältnis sowie der Anteil des Bauchfetts am Gesamtkörperfett nahmen in beiden Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe ab (10 %, p≤0,003, und 3,5 %, p≤0,0001). Es gab keine konsistenten, wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen bei der Knochenmineraldichte von Gesamtkörper, Wirbelsäule oder Unterarm oder bei Markern des Kollagen- und Knochenumsatzes.
Schlussfolgerung
Bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause erhält die Ergänzung einer proteinreichen, energiereduzierten Ernährung durch kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining die magere Körpermasse, fördert die Fitness und erhöht Ruheumsatz und Fettabbau. Die Ernährung, mit oder ohne Training, führte zu deutlichen Verbesserungen bei Serumlipiden, Lipoproteinen, Blutdruck und Fettverteilung. Die Gewichtsreduktion scheint keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen auf die Knochen zu haben.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Ballaststoffe als Ergänzung einer Very Low Calorie Diet reduzieren das Hungergefühl und lindern Verstopfung
- von A. Astrup et al. (1990)
Einführung
Eine Very Low Calorie Diet (VLCD) in Form einer nährstoffvollständigen Formula-Nahrung wird häufig zur Behandlung von Adipositas eingesetzt und hat sich als wirksam und sicher erwiesen. Ihre Einfachheit in Kombination mit schnellen Ergebnissen erleichtert die Einhaltung. Die größten Nachteile sind weiterhin Hungergefühl zwischen den Portionen, Verstopfung und seltener Stuhlgang. Kürzlich wurde gezeigt, dass Ballaststoffe als Ergänzung einer normalen Ernährung den Hunger verringern, die Stuhlhäufigkeit erhöhen und den Stuhl weicher machen. Für eine Formula-Nahrung zur VLCD wurde eine Ballaststoffergänzung bisher nicht untersucht.
Ziel der Untersuchung war es zu prüfen, ob die Zugabe von Ballaststoffen zur Formula die Einhaltung verbessert, indem sie Hunger, Sättigung, Stuhlkonsistenz und Stuhlgang beeinflusst. Da Ballaststoffe die Aufnahme verschiedener zweiwertiger Kationen und Vitamine beeinträchtigen können, wurden auch die Plasmaspiegel der wichtigsten Metallionen und weitere relevante Plasmabestandteile überwacht.
Methoden
Eine Formula-Nahrung (Nupo) mit 388 kcal/Tag (Männer: 466 kcal/Tag) wurde mit einer vergleichbaren Version mit 30 g Pflanzenfasern pro Tag verglichen. 22 adipöse Patienten nahmen teil. Nach einer Phase mit gewohnter Ernährung wurden sie einfach verblindet für zwei Wochen auf VLCD mit oder ohne Ballaststoffe randomisiert und wechselten anschließend für weitere zwei Wochen die Gruppe (Cross-over).
Ergebnisse
Alle 22 Patienten schlossen die Studie ohne versäumte Termine oder Protokollabweichungen ab. Beide Gruppen erzielten eine ähnliche Gewichtsreduktion (etwa 10 kg in 4 Wochen); die Ballaststoffe veränderten dieses Ergebnis nicht. Unter VLCD mit Ballaststoffen war das Hungergefühl signifikant geringer als ohne. Die Stuhlhäufigkeit sank von 1,9/Tag bei gewohnter Ernährung auf 0,7/Tag unter VLCD ohne Ballaststoffe und stieg mit Ballaststoffen auf 1,0/Tag. Auf Sättigung, Stuhlkonsistenz und Blähungen hatte die Ergänzung keinen Einfluss. Sie beeinflusste weder die Plasmakonzentrationen zweiwertiger Kationen wie Calcium, Eisen oder Magnesium, noch verstärkte sie die senkende Wirkung der VLCD auf Blutzucker, Cholesterin oder Triglyceride.
Schlussfolgerung
Die Ergänzung einer VLCD mit Ballaststoffen kann die Einhaltung verbessern, indem sie das Hungergefühl verringert und die Stuhlhäufigkeit erhöht, ohne die Aufnahme zweiwertiger Kationen zu beeinträchtigen.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
1981–1989
Eine anfängliche Very Low Calorie Diet (VLCD) verbessert die endgültige Gewichtsreduktion
- von F. Quaade & A. Astrup (1989)
Einführung
Eine Very Low Calorie Diet (VLCD) ist – bei angemessener Zusammensetzung, insbesondere hinsichtlich des Proteins – seit langem ein sicherer Weg, bei adipösen Personen in angemessener Zeit eine deutliche Gewichtsreduktion zu erreichen. Wir haben Nupo als VLCD im eigentlichen Sinne, d. h. als einzige Nahrungsquelle, über Zeiträume von jeweils einem Monat eingesetzt. Außerdem nutzen wir Nupo als verpflichtende Basis einer energiereicheren Ernährung, meist mit 1.000 kcal. Ein Hauptgrund ist unsere Erfahrung, dass viele Patienten klassische Ernährungsanweisungen nicht befolgen und dies ausgleichen, indem sie weniger von den wertvollen Bestandteilen essen oder unzureichende Phasen völligen oder nahezu völligen Fastens einlegen. Bei unserem Konzept wird die Formula durch isoenergetische Einheiten normaler Lebensmittel und Getränke von je etwa 63 kcal ergänzt, die als kleine Bilder („Punkte“) in drei Farben dargestellt werden: Blau für proteinreiche, Grün für ballaststoffreiche und Rot für süße und fettreiche Lebensmittel sowie alkoholische Getränke.
Da der VLCD-Kern den gesamten Nährstoffbedarf deckt, haben die Patienten völlige Freiheit bei der Wahl der 10 Punkte (ca. 630 kcal), die das Programm erlaubt. Dieses Prinzip der Freiheit innerhalb fester Grenzen wurde in einer randomisierten Studie getestet und senkte die Abbruchquote signifikant. Anleitung und Kontrolle erfolgen in Gruppen, was Ressourcen spart und psychologische Vorteile bietet.
Methoden
38 adipöse Personen wurden nacheinander ambulant behandelt. Die Behandlung begann mit der VLCD-Formula Nupo (Frauen 388 kcal, 56 g Protein; Männer 446 kcal, 69 g Protein). Die VLCD hatte keine unerwünschten Wirkungen und wurde so lange fortgesetzt, wie die Patienten es wünschten. Danach wurde die Formula durch normale Lebensmittel und Getränke auf 1.000 kcal für Frauen und 1.100 kcal für Männer ergänzt. Nach 5 Monaten wurden die Daten nach Dauer der VLCD getrennt ausgewertet: Gruppe 1 (n=20): VLCD weniger als 2 Monate; Gruppe 2 (n=18): VLCD 2 Monate oder länger. Die Gruppen waren hinsichtlich Größe, Gewicht und prozentualem Übergewicht vergleichbar, Gruppe 2 war jedoch etwas älter (49,5 vs. 38,3 Jahre, P≤0,01).
Ergebnisse
Die Gewichtsreduktion unterschied sich deutlich. Gruppe 1, die die VLCD früh beendete, verlor absolut wie relativ deutlich weniger Gewicht als Gruppe 2, die länger bei der anfänglichen VLCD blieb. Die Unterschiede waren sowohl für die gesamte Gewichtsreduktion als auch für die Reduktion während der VLCD signifikant. Gruppe 2 reduzierte ihr Gewicht insgesamt (17,1 kg (7,8–40,1)) und allein während der VLCD (12,3 kg (4,1–28,8)) signifikant stärker als Gruppe 1 (8,7 kg (−1,1–19,1) bzw. 7,3 kg (0,9–18,2)). In beiden Gruppen entfiel oder sank der Bedarf an zahlreichen teuren Medikamenten deutlich: Antidiabetika, Diuretika, Antihypertensiva, Analgetika usw.
Schlussfolgerung
Die VLCD ist ein wirksamer und motivierender Einstieg in ein Ernährungsprogramm und sollte mindestens zwei Monate fortgesetzt werden, da die Dauer der anfänglichen VLCD-Phase signifikant mit der endgültigen Gewichtsreduktion zusammenhing.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Formula-Nahrung plus freie Auswahl zusätzlicher Lebensmittel bis 1.000 kcal (4,2 MJ) im Vergleich zu einer isoenergetischen konventionellen Ernährung bei der Behandlung von Adipositas – eine randomisierte klinische Studie
- von H. Hey et al. (1987)
Einführung
Die Formula-Nahrung Nupo erfüllt alle internationalen Empfehlungen für die tägliche Zufuhr von Protein, essenziellen Amino- und Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen bei einer täglichen Aufnahme von nur 388 kcal. Eine VLCD mit Nupo als alleiniger Nahrungsquelle über viele Monate führte bei Patienten mit schwerer Adipositas ohne Risiko zu einer starken Gewichtsreduktion. Wird die vorgeschriebene Menge Formula eingenommen, ist es vertretbar, zusätzliche Lebensmittel frei wählen zu lassen – auch weniger wertvolle –, solange die Energiemenge niedrig genug für eine Gewichtsreduktion bleibt. Der Verzicht auf beliebte Lebensmittel und Getränke wie Kuchen, Süßigkeiten, Wein und Spirituosen ist ein Hauptgrund, warum viele Patienten eine Ernährungsumstellung gar nicht erst beginnen oder schlecht einhalten.
Daher wurde ein 1.000-kcal-Konzept (4,2 MJ) untersucht, bei dem eine Basis aus Formula-Nahrung verpflichtend ist, während die Patienten über die restliche Energiemenge frei verfügen. Die Kontrollgruppe erhielt eine isoenergetische konventionelle Ernährung und durfte Diethylpropion in selbst gesteuerter, moderater Dosis einnehmen. Zudem sollte ein neu entwickeltes System mit visuellen Symbolen für isoenergetische Einheiten („Punkte“) getestet werden.
Methoden
86 Patienten zwischen 18 und 59 Jahren mit mehr als 20 % Übergewicht wurden einer von zwei Ernährungsformen zugeteilt. Die Testgruppe hatte eine verpflichtende Basis (388 kcal) einer vollständigen Formula-Nahrung (Nupo) und durfte darüber hinaus Speisen und Getränke bis 1.000 kcal frei wählen, einschließlich Süßigkeiten und Alkohol. Die Kontrollgruppe erhielt eine konventionelle isoenergetische Ernährung ohne weniger wertvolle Lebensmittel („leere Kalorien“), durfte aber einen Appetitzügler einnehmen. Alle Patienten wurden in Gruppen angeleitet und betreut, was Ressourcen sparte und psychologische Vorteile hatte. In beiden Gruppen erfolgte die Ernährungsanleitung über ein neues Schulungssystem mit austauschbaren Energieeinheiten alltäglicher Lebensmittel, dargestellt als Symbole („Punkte“).
Ergebnisse
Nach 12 Wochen war die Gewichtsreduktion bei konventioneller Ernährung (8,9 kg) nicht signifikant größer als in der Testgruppe (7,5 kg). Die Testgruppe zeigte jedoch eine bessere Compliance mit einer signifikant niedrigeren Abbruchquote (p<0,05). Wiederholte Erfassungen der Energieaufnahme zeigten, dass der Anteil „leerer Kalorien“ in der Testgruppe mit etwa 10 % moderat war und eine Mehraufnahme vor allem auf ballaststoffreiche Lebensmittel zurückging. Beschwerden über Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen unbedeutend. Das Punktesystem erleichterte Anleitung und Kontrolle.
Schlussfolgerung
Eine freie qualitative Lebensmittelauswahl, ermöglicht durch eine nährstoffdeckende Formula-Basis, ist eine realistische, wirksame und verantwortungsvolle Alternative zur konventionellen Ernährungstherapie bei Adipositas.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Gastroplastik nach vorausgehender Very Low Calorie Diet – ein vorläufiger Bericht
- von T. Andersen et al. (1986)
Einführung
Eine Gastroplastik (GP) bei krankhaft adipösen Patienten ist mit einem unvermeidbaren perioperativen Risiko verbunden, und die Gewichtsreduktion ist selbst kurzfristig oft unbefriedigend. Andererseits wird das Gewicht nach einer GP besser gehalten als nach einer reinen Ernährungsumstellung. Um die endgültige Gewichtsreduktion zu erhöhen und die chirurgischen Risiken zu senken, erhielten die Patienten eine verpflichtende zweistufige Behandlung: Nach einer anfänglichen Very Low Calorie Diet (VLCD) wird die GP durchgeführt, sofern das Übergewicht durch die Ernährung um 40 % reduziert wurde. So ausgewählte Patienten werden gleichmäßig einer vertikalen Band-GP oder einer Gomez-GP zugeteilt. Verlaufskontrollen und Patientenschulung erfolgen in Gruppentreffen.
Methoden
74 Patienten, die alle wegen krankhafter Adipositas aufgenommen wurden, wurden eingeschlossen. Das mediane Alter lag bei 34 Jahren, das mediane Körpergewicht bei 125,1 kg und das mediane Übergewicht bei 93 % (nach skandinavischem Standard). Alle wurden durch klinische Untersuchung, Blut- und Urinanalysen, EKG und Leberbiopsie auf Kontraindikationen untersucht. Die Behandlung begann jeweils gleichzeitig für etwa 35 Patienten. Die VLCD-Formula Nupo wird auf fünf tägliche Portionen verteilt und mit Wasser zubereitet. Zwischen den 8-wöchigen VLCD-Phasen wird für 2 Wochen eine 900-kcal-Ernährung aus natürlichen, proteinreichen, fett- und kohlenhydratarmen Lebensmitteln verordnet.
Das VLCD-Programm wird fortgesetzt, solange eine deutliche Gewichtsreduktion erreicht wird. Appetitzügler sind nicht erlaubt. Eine Operation wird als zweiter Schritt nur angeboten, wenn das Übergewicht während der VLCD um 2/5 reduziert wurde. Horizontale und vertikale GP werden wie an anderer Stelle beschrieben durchgeführt. Die Verlaufskontrollen erfolgen in Gruppentreffen zusammen mit einem strukturierten Schulungsprogramm. Die Patienten werden bis drei Monate nach der Operation wöchentlich, bis zum sechsten postoperativen Monat alle zwei Wochen und danach mindestens alle drei Monate gesehen.
Ergebnisse
Die Ergebnisse sind vorläufig; ein Vergleich der randomisierten Untergruppen ist noch nicht möglich. Die mediane Gewichtsreduktion nach den ersten acht Wochen VLCD betrug 17,9 kg (Spanne 3,6–38,4 kg, n=74). Das Ergebnis der VLCD kann bislang nur für die zuerst gestartete Gruppe (44 Patienten) ausgewertet werden. Davon erreichten 31 (70 %, 95-%-Konfidenzgrenzen 55–83 %) die Grenze für eine Operation. Zwei Patienten (5 %, 95-%-Konfidenzgrenzen 1–15 %) erschienen nach erfolgreicher VLCD nicht mehr zu den Gruppentreffen. Bisher wurden 25 Patienten operiert. Die meisten stabilisierten ihr Gewicht 3 Monate nach der Operation. Zu diesem Zeitpunkt betrug die mediane postoperative Gewichtsreduktion 9,0 kg (Spanne 3,4–22,0 kg, n=25) und die mediane Gesamtreduktion aus VLCD plus GP 46,0 kg (Spanne 26,1–64,0 kg, n=25). Während der VLCD trat als einzige Komplikation ein Gichtfall auf, der auf eine konventionelle Behandlung rasch ansprach.
Schlussfolgerung
Die VLCD führt zu einer unmittelbaren Gewichtsreduktion, die sich nicht wesentlich von der durch GP erreichten unterscheidet. Im Vergleich zur VLCD scheint die GP eine langfristige Wirkung auf die Nahrungsaufnahme zu haben, sodass eine erneute Zunahme deutlich geringer ausfällt. Ein Vergleich der Behandlungsrisiken spricht für die VLCD, die mit einer ernährungsphysiologisch angemessenen Formula sicher ist. Die Kombination beider Ansätze führte zum vorliegenden zweistufigen Protokoll. Nach der GP ist die Einhaltung der Ernährungsempfehlungen für Erfolg und Sicherheit entscheidend; die VLCD-Vorbehandlung bietet die Möglichkeit, diese Fähigkeit zu testen. Durch Anpassung der VLCD-Dauer lässt sich die Gewichtsreduktion individualisieren, sodass fast alle Patienten ihr Übergewicht auf unter 40 % senken können – die untere Grenze der adipositasbedingten Übersterblichkeit. Eine präoperative Gewichtsreduktion macht Operationen einfacher und sicherer, erleichtert die Nachsorge und erhöht die Patientenzufriedenheit.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Forschung zu Inhaltsstoffen
Neubewertung von Konjakgummi (E 425 i) und Konjak-Glucomannan (E 425 ii) als Lebensmittelzusatzstoffe
- von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2017)
Zusammenfassung
Das Gutachten befasst sich mit der Neubewertung von Konjak (E 425), bestehend aus Konjakgummi (E 425 i) und Konjak-Glucomannan (E 425 ii), als Lebensmittelzusatzstoffe. Gemäß dem Rahmen für die Risikobewertung von Lebensmittelzusatzstoffen nach Verordnung (EU) Nr. 257/2010 stellte das Gremium fest, dass die Verwendung von Konjak (E 425) in allen Lebensmittelkategorien auf einen Höchstgehalt (MPL) von 10 g/kg begrenzt ist und die berechnete Exposition für alle Bevölkerungsgruppen unter 0,1 mg/kg Körpergewicht pro Tag liegt. Konjakgummi und Konjak-Glucomannan werden wahrscheinlich nicht intakt aufgenommen und von der Darmmikrobiota weitgehend fermentiert. Die toxikologische Datenlage wurde als begrenzt eingestuft; laut SCF zeigten sich bei Ratten und Hunden in 90-Tage-Studien jedoch keine relevanten Nebenwirkungen, der NOEL bei Ratten lag bei 1.250 mg Konjak-Glucomannan/kg Körpergewicht pro Tag. Hinsichtlich der Genotoxizität bestehen keine Bedenken. Nach einer täglichen Dosis von 3.000 mg über 12 Wochen hatten mehrere Erwachsene Bauchbeschwerden, einschließlich Durchfall oder Verstopfung. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass keine numerische akzeptable Tagesdosis (ADI) erforderlich ist und bei den derzeitigen Verwendungsbedingungen von 10 g/kg keine Sicherheitsbedenken für die Allgemeinbevölkerung bestehen, sofern die Gesamtaufnahme aus allen Quellen unter 3 g/Tag bleibt.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Wissenschaftliches Gutachten zur Begründung gesundheitsbezogener Angaben zu Konjak-Mannan (Glucomannan) und Reduktion des Körpergewichts u. a.
- von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (2010)
Zusammenfassung
Auf Ersuchen der Europäischen Kommission wurde das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien gebeten, ein wissenschaftliches Gutachten zu einer Liste gesundheitsbezogener Angaben nach Artikel 13 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 abzugeben. Das Gutachten befasst sich mit der wissenschaftlichen Begründung gesundheitsbezogener Angaben zu Konjak-Mannan (Glucomannan) und der Reduktion des Körpergewichts, der Senkung des Blutzuckeranstiegs nach dem Essen, der Erhaltung normaler Blutzucker-, Triglycerid- und Cholesterinkonzentrationen, der Erhaltung einer normalen Darmfunktion sowie der Verringerung potenziell pathogener Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt. Grundlage sind die Angaben der Mitgliedstaaten in der konsolidierten Liste nach Artikel 13 sowie Referenzen von Mitgliedstaaten und Interessengruppen. Das Gremium hält Konjak-Mannan (Glucomannan) für ausreichend charakterisiert.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Einfach verblindete, placebokontrollierte randomisierte klinische Studie zu Chitosan zur Reduktion des Körpergewichts
- Nutrition Journal (2016)
Zusammenfassung
Chitosan ist ein Ballaststoff, der die Aufnahme verringert. Die Ergebnisse klinischer Studien zu seiner Wirksamkeit sind jedoch widersprüchlich. Primäres Ziel der Studie war es, Wirksamkeit und Sicherheit von Chitosan aus Pilzquellen bei Übergewicht ohne Ernährungseinschränkungen zu bewerten.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Unerwünschte Wirkungen pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel und botanischer Zubereitungen: eine systematische Übersicht mit kritischer Kausalitätsbewertung
- von C. Di Lorenzo et al. (2014)
Zielsetzung
Ziel der Übersicht war es, verfügbare Daten zu folgenden Punkten zusammenzutragen: (i) beim Menschen beobachtete Nebenwirkungen pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel oder botanischer Zubereitungen; (ii) die Verwechslung giftiger Pflanzen; und (iii) Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln und konventionellen Arzneimitteln oder Nährstoffen.
Methoden
PubMed/MEDLINE und Embase wurden von Beginn bis Juni 2014 mit den Begriffen ‚adverse effect/s‘, ‚poisoning/s‘, ‚plant food supplement/s‘, ‚misidentification/s‘ und ‚interaction/s‘ in Kombination mit dem jeweiligen Pflanzennamen durchsucht. Alle Arbeiten wurden nach den WHO-Leitlinien zur Kausalitätsbewertung kritisch geprüft.
Ergebnisse
Daten wurden zu 66 Pflanzen erhoben, die häufig in pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen. Von 492 ausgewählten Arbeiten befassten sich 402 (81,7 %) mit direkt der Pflanze zuzuschreibenden Nebenwirkungen und 89 (18,1 %) mit Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneimitteln. Nur ein Fall betraf eine Verwechslung. Nebenwirkungen wurden für 39 der 66 Pflanzen berichtet. 86,6 % der Referenzen entfielen auf 14 Pflanzen, darunter Glycine max/Soja (19,3 %), Glycyrrhiza glabra/Süßholz (12,2 %), Camellia sinensis/Grüner Tee (8,7 %) und Ginkgo biloba (8,5 %).
Schlussfolgerung
Angesichts des langen Zeitraums und der Anzahl der Pflanzen ist bemerkenswert, dass (i) Nebenwirkungen botanischer Inhaltsstoffe bei Kausalitätsbewertung relativ selten waren und (ii) die Zahl schwerer klinischer Reaktionen sehr begrenzt war, auch wenn einige Todesfälle beschrieben wurden.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Bewertungsbericht zu Zingiber officinale Roscoe, Rhizoma (Ingwer)
- von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) (2012)
Einführung
Ingwer (Zingiberis rhizoma) besteht aus dem ganzen oder geschnittenen Wurzelstock von Zingiber officinale Roscoe (Zingiberaceae), dessen Korkschicht ganz oder nur an den breiten, flachen Seiten entfernt wurde [European Pharmacopoeia 2011]. Ingwer ist seit über 5.000 Jahren in ganz Asien, besonders in Indien und China, als Gewürz und zur Behandlung verschiedenster Beschwerden beliebt. Die Art stammt aus Südostasien und kommt nicht wild vor. Es handelt sich um eine mehrjährige, bis zu 1,5 m hohe Pflanze mit asymmetrischen Blüten. Bestandteile: 1–4 % ätherisches Öl (mind. 15 ml/kg laut Ph. Eur.). Mehr als 100 Verbindungen wurden identifiziert, überwiegend Terpenoide, vor allem Sesquiterpenoide (α-Zingiberen, β-Sesquiphellandren, β-Bisabolen, α-Farnesen, ar-Curcumen) sowie kleinere Mengen Monoterpenoide (Camphen, β-Phellandren, Cineol, Geraniol, Citral, Terpineol, Borneol). Die Zusammensetzung des Öls hängt von der Herkunft ab. Die Scharfstoffe, die Gingerole (4–7,5 %), sind eine homologe Reihe von Phenolen, wobei 6-Gingerol der wichtigste ist. Beim Trocknen und Lagern werden Gingerole teilweise zu Shogaolen umgewandelt, die weiter zu Paradolen reduziert werden können. Weitere Bestandteile sind Stärke (bis 50 %), Lipide (6–8 %), Proteine und anorganische Verbindungen. Laut US Pharmacopoeia muss Ingwer mindestens 0,8 % Gingerole und Gingerdione, mindestens 1,8 ml ätherisches Öl pro 100 g, mindestens 42 % Stärke und höchstens 0,18 % Shogaole enthalten.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Übersicht über die pharmakologischen und phytochemischen Eigenschaften von Zingiber officinale Roscoe (Zingiberaceae)
- von Gaurav Kumar et al. (2011)
Einführung
Kräuter und Pflanzen werden seit jeher in traditionellen Medizinsystemen als Quelle therapeutischer Verbindungen genutzt und spielen sowohl in der traditionellen Gesundheitsversorgung als auch auf internationalen Kräuter- und Arzneimittelmärkten eine wichtige Rolle. Ihr medizinischer Wert liegt in chemischen Substanzen mit einer bestimmten physiologischen Wirkung, vor allem Alkaloiden, Tanninen, Flavonoiden und phenolischen Verbindungen. Z. officinale ist eine wichtige Pflanze mit ethnomedizinischem und ernährungsphysiologischem Wert und wird weltweit als Gewürz, Aromastoff und pflanzliches Heilmittel verwendet. Traditionell wird sie u. a. in Ayurveda, Siddha sowie in der chinesischen, arabischen, afrikanischen und karibischen Medizin eingesetzt, etwa bei Übelkeit, Erbrechen, Asthma, Husten, Herzklopfen, Entzündungen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verstopfung und Schmerzen. In den letzten Jahrzehnten wurde die Pflanze mit modernen wissenschaftlichen Methoden intensiv untersucht; zahlreiche bioaktive Verbindungen wurden isoliert und pharmakologisch analysiert. Berichtet werden u. a. antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende, schmerzlindernde und immunmodulierende Eigenschaften. Die Übersicht beschreibt Morphologie, Verbreitung, Phytochemie und medizinische Eigenschaften sowie Perspektiven für weitere Forschung.
Die vollständige Studie finden Sie hier (auf Englisch).
Übersicht der klinischen Studien
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